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Großes Interesse an Fritz-Bauer-Interview


Er war ein streitbarer, politisch denkender Jurist, der im Nachkriegs-deutschland auf einem einsamen, aber nicht verlorenen Posten stand: Fritz Bauer, hessischer Generalstaatsanwalt zur Zeit der Auschwitz-Prozesse. Knurrig und polternd konnt er sein, manchmal schroff und unerschrocken angriffslustig. Das verdeckte aber eigentlich nur, dass Fritz Bauer den Menschen zugetan war, obgleich er erfahren hatte und täglich neu erfahren musste, was Menschen einander anzutun fähig sind. Vor vollem Hause in der Alten Synagoge fand jetzt ein fiktives Interview mit Fritz Bauer statt. Die Aufführung des Theater-Teams des Buchcafés Bad Hersfeld von und mit Hartmut Käberich und Dieter Schenk wurde von Andreas Jaeger (Gitarre & Electronics) und Willi Hanne (Schlagzeug, Percussion und anderes) eindrucksvoll musikalisch begleitet.

Das fiktive Interview, das auf Bauers Schriften und Reden basiert, berührte die Höhen und Tiefen in Fritz Bauers Leben. Dem im Nachkriegsdeutschland der 1950-er Jahren noch unbekannten Juristen gelang es, der Politik des organisierten Vergessens den öffentlichen Ruf nach Aufarbeitung entgegen zu setzen. Seine Antworten auf kritische Fragen zeigten in dem nüchtern vorgetragenen Interview-Text einen Menschen, der niemanden unberührt lässt und der sich immer selbst treu geblieben ist, wenn er sich „im Zweifel für die Freiheit“ einsetzte. „Man kann ihm nicht helfen, das Herz ist zu heiß, die Haut zu dünn, die Sensibilität der Begabung zu groß“, schrieb Bauers Freundin Helga Einsele in ihrem Tagebuch. Höhepunkte in Fritz Bauers Karriere waren der von ihm initiierte erste Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-1965) und die durch ihn ermöglichte Festnahme des Naziverbrechers Adolf Eichmann.

Veranstalter der szenischen Lesung waren der Förderverein Alte Synagoge, Kultur im Esel, die KZ-Gedenkstätte Moringen und amnesty international. Gefördert wurde die Veranstaltung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ und des Lokalen Aktionsplanes im Landkreis Northeim.

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